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Ikonostas
Altar
Gottesmutter mit Christus,
gemalt nach dem Original aus der italo-griechischen Sammlung
Seculic, Belgrad, Serbien.
Bestandteil des Ikonostas
NR.15 in der Übersicht
Ikonen sind heilige Bilder. In der orthodoxen Kirche sind sie das gemalte Wort der Heiligen Schrift. Für die orthodoxen Christen sind Ikonen Kultbilder, vor dem sie ihre Fürbitten an Gott oder an Heilige richten. Ikonen findet man nicht nur in Kirchen. In jedem Haus eines orthodoxen Gläubigen befindet sich eine Ikone mit einer Öllampe. Davor wird gebetet und es werden Fürbitten gesprochen. Zu den christlichen Sakramenten wie Taufe und Hochzeit werden Ikonen - mit einer Widmung versehen - als Erinnerung an diesen Tag verschenkt. In den orthodoxen Kirchen und Kathedralen wird der Kirchenraum vom Altarraum durch den Ikonostas getrennt. Das ist eine Wand, die aus vielen, thematisch genau festgelegten Ikonen besteht. Der Ikonostas ist gleichzeitig der größte, schönste und bedeutendste Schmuck jedes orthodoxen Gotteshauses. Für einen Ikonenmaler bedeutet das Erstellen einer Ikone Gebet und Dienst an Gott sowie die Verbreitung der Heiligen Schrift. Als Diener Gottes signieren die Ikonenschreiber, wie sie sich selbst nennen, ihre Arbeiten nicht. Man unterscheidet zwei Maltechniken: Bei der uralten „Enkaustik" handelt es sich um eine Wachsmaltechnik, bei der die Farbstoffe mit flüssigem Wachs gebunden werden. Diese Technik wurde im 6. Jahrhundert durch die „Tempera-Technik" abgelöst. Hierbei werden die Naturfarben mit Eigelb oder Bier angemischt. Als Malgrund dient ein Holzbrett, das gut getrocknet und harz- sowie astlochfrei sein muß. Dieses Brett wird mit Baumwoll- oder Leinengewebe beklebt und mit mehreren Schichten eines Kreide-Gelatine-Gemisches bestrichen. Anschließend wird die Oberfläche glattgeschliffen. Nach dem Vorzeichnen wird mit den zu vergoldenden Bildteilen begonnen. Beim Auftragen der Farben beginnt man in der Regel mit den dunklen Farben und endet mit der hellsten. Die Vollendung einer jeden Ikone ist ihre Weihe in einer Kirche.